STEFFI DEPARADE-BECKER

Das Atelier der Malerin und Grafikerin ist ein großzügiger Eckraum im obersten Stockwerk eines Gründerzeitbaus. Unten braust der Verkehr, hier oben geht der Blick vor allem ins weite Himmelblau über den umliegenden Wohn- und Geschäftshäusern. Am Tage meines Besuches scheint die Sonne so hell, dass Steffi Deparade-Becker die weißen Vorhänge vor die beiden Fenster gezogen hat.

An den Wänden und auf dem Boden hängen und stehen Gemälde, Kollagen und Grafiken. Die einen sind fertig, andere in Arbeit. Manches Werk hängt wohl auch, um sich noch einige Male den prüfenden Blicken der Künstlerin zu stellen.

Die Bilder sind kleine Universen. Teils stark abstrahiert, teils gegenstandslos, teils Versatzstücke der Realität – man kann sich verlieren in den Kosmen dieser Gemälde und Grafiken. Die Farbwelt atmet Licht und Leichtigkeit. Die sind jedoch zuweilen trügerisch. Die Bilder sind vielschichtig, mehrdeutig und alles andere als „leichte Kost“.

Wir kommen schnell ins Gespräch: über unsere gemeinsame Heimatstadt Halle, über die Wahlheimat Dresden, über Kunst, über Gott, über die Welt. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Das Fotografieren läuft nebenher, fast beiläufig. Die Portraits, die entstehen, zeigen eine Künstlerin, die weiß, wo sie steht und wer sie ist. Sie kann auf Posen verzichten.