Eberhard Klinger

Geboren und aufgewachsen in Neugersdorf im Oberlausitzer Bergland, absolvierte Eberhard Klinger 1968 das Abitur. Nach kurzen Intermezzi bei der Erdölsuche und der Montage beim damaligen VEB Lufttechnische Anlagen Dresden folgte eine Facharbeiterausbildung als Installateur für Luft- und Kältetechnik. Nach zwei Semestern im Fach Kältetechnik an einer Ingenieurschule wurde Eberhard Klinger zum Grundwehrdienst bei der NVA einberufen.

Es folgte ein Studium der Kulturwissenschaft, nach dessen Abschluss er Anstellungen beim Rat der Stadt Meißen, als Aufnahmeleiter bei der DEFA und als Mitarbeiter für Kultur und internationale Beziehungen bei der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen erhielt.

1980 baute Eberhard Klinger die Galerie am Schönhof in Görlitz als östlichste Galerie des Kunsthandels der DDR auf, die unter seiner Leitung im April 1981 in der Altstädter Brüderstraße eröffnet wurde.

Durch sein beispielhaftes Engagement und seine vielfältigen Beziehungen in die regionale und überregionale Kunst- und Sammlungsszene wurde der Galerist schon bald zu einer Instanz mit ausgezeichnetem Ruf.

Er leitete die Galerie bis 1990, denn mit dem Ende der DDR wurde auch der Staatliche Kunsthandel aufgelöst. Nach kurzer Pause und notwendigen Umbauten der Räumlichkeiten wurde die Galerie 1993 in Eigenregie als Galerie Klinger wieder eröffnet.

Mit seiner damaligen Ehefrau und der gemeinsamen Tochter baute Eberhard Klinger ein vom Verfall bedrohtes barockes Wohnhaus auf der Neißstraße aus, das im Laufe der Jahre zu einem Dreh- und Angelpunkt der Görlitzer Altstadt-Szene avancierte. Hier trafen sich kulturaffine Bewohner, Künstler und Gewerbetreibende – oft wurde bis spät in die Nacht gefeiert, gegessen, getrunken und diskutiert.

Seit 2010 befindet sich die Galerie Klinger im nahe bei Dresden gelegenen Liegau-Augustusbad. Auf einem wunderschönen Grundstück der Familie seiner jetzigen Ehefrau baute sich das Paar ein modernes, im Stil dem Bauhaus verpflichtetes Domizil, in dem neben dem großzügigen Wohnbereich auch die Galerie Platz gefunden hat. Diese bereichert nun mit ihrem umtriebigen Galeristen die Kunstszene in und um Dresden nachhaltig.