Prof. Henri Deparade

Der gebürtige Hallenser studierte in seiner Heimatstadt an der Hochschule für Kunst und Design „Burg Giebichenstein“ im Fach Malerei und Grafik. Sein Studium schloss er Ende der 70er Jahre mit Diplom ab und wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler. In den folgenden Jahren war er als Assistent und Aspirant an der „Burg“ tätig und wurde schließlich Mitte der 80er Jahre Meisterschüler von Willi Sitte.

Nachdem er und seine Frau, die Malerin und Grafikerin Steffi Deparade-Becker, einen Ausreiseantrag gestellt hatten, folgten die bekannten Sanktionen; so wurden beispielsweise ihre Werke aus öffentlichen Räumen und Ausstellungen entfernt. 1989 erfolgte dann die Übersiedlung, zunächst ins Ruhrgebiet und dann nach Baden-Württemberg.

Bereits zu Beginn der 90er Jahre kehrten sie nach Halle zurück, wo Henri Deparade Oberassistent an der „Burg Giebichenstein“ wurde. 1992 zog das Ehepaar nach Dresden. Der unterdessen renommierte Maler und Grafiker war als Professor für Grundlagen elementarer Gestaltung an die Hochschule für Technik und Wirtschaft berufen worden.

Henri Deparade arbeitet in seinem Atelier im Künstlerhaus Loschwitz. Seine Werke befinden sich weltweit in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen; rund 90 Ausstellungsbeteiligungen und 60 Einzelausstellungen dokumentierten und dokumentieren sein umfangreiches Œvre.

Bemerkenswert ist, dass Deparades in den 70er Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft an der halleschen Pauluskirche wohnten, an der auch ich aufwuchs. Erinnern können wir uns aneinander freilich nicht. Henris Werke sind mir aber seit den 80er Jahren gewärtig, zumal sie im Kunstkosmos der damaligen Zeit bereits eine nicht zu übersehende Rolle spielten.

Heute treffen wir uns gelegentlich zu Kaffee und anregenden Gesprächen über Philosophie, Gesellschaft und Kunst. Ich schätze Henri sehr als einen wachen und reflektierten Geist, der Bestehendes und scheinbar fest Gefügtes nur allzu gerne hinterfragt.